🧪

Trennverfahren in der Analytik


Grundprinzip der Trennung

In der analytischen Chemie müssen Stoffgemische häufig in ihre Einzelkomponenten zerlegt werden, bevor eine Identifizierung oder Quantifizierung möglich ist. Trennverfahren nutzen dazu unterschiedliche physikalisch-chemische Eigenschaften wie Löslichkeit, Polarität, Größe oder Ladung.

Chromatographie

Die Chromatographie beruht auf der Verteilung der Analysten zwischen einer stationären Phase (fest oder flüssig) und einer mobilen Phase (flüssig oder gasförmig). Das grundlegende Maß ist der Retentionsfaktor:

$$R_f = \frac{\text{Wanderungsstrecke des Stoffes}}{\text{Wanderungsstrecke der mobilen Phase}}$$

Wichtige chromatographische Verfahren sind:

Verfahren Mobile Phase Stationäre Phase Anwendung
Dünnschichtchromatographie (DC) Flüssigkeit Kieselgel auf Folie/Platte Schnelle Vorproben
Gaschromatographie (GC) Trägergas (He, N₂) Flüssigkeit auf Kapillare Flüchtige Stoffe
HPLC Flüssigkeit (Hochdruck) Gepackte Säule Thermisch labile Stoffe

In der Gaschromatographie ergibt sich die Retentionszeit $t_R$ aus der Summe von Totzeit $t_M$ und korrigierter Retentionszeit $t_R'$:

$$t_R = t_M + t_R'$$

Elektrophorese

Die Elektrophorese trennt geladene Teilchen im elektrischen Feld. Die Wanderungsgeschwindigkeit $v$ hängt von der angelegten Feldstärke $E$ und der elektrophoretischen Beweglichkeit $\mu$ ab:

$$v = \mu \cdot E$$

Die Kapillarelektrophorese (CE) erreicht sehr hohe Trennleistungen bei geringem Probenverbrauch und ist besonders für Biomoleküle wie Proteine und DNA geeignet.

Übungen

  1. Ein Stoff wandert bei der DC 4,2 cm weit, die Laufmittelfront 6,0 cm. Berechne den $R_f$-Wert. Ist der Stoff eher polar oder unpolar, wenn die stationäre Phase Kieselgel (polar) ist?
  2. Nenne zwei Unterschiede zwischen GC und HPLC hinsichtlich mobiler Phase und Anwendungsbereich.
  3. Warum wandert ein Protein bei pH 7 im elektrischen Feld zur Anode, wenn sein isoelektrischer Punkt bei pH 5,5 liegt?