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Laborgeräte und ihre Handhabung


Sicheres Experimentieren beginnt mit der richtigen Nutzung der Laborgeräte. Jedes Gerät hat einen bestimmten Zweck und erfordert eine spezifische Handhabung.

Heizgeräte

Der Bunsenbrenner ist die häufigste Wärmequelle im Chemielabor. Er verbrennt Erdgas (Methan, $\ce{CH4}$) mit Luft:

$$\ce{CH4 + 2 O2 -> CO2 + 2 H2O}$$

Die Luftzufuhr wird über den Ring am Brennerrohr geregelt. Heizflamme (blaue Flamme, Luft geöffnet) und Leuchtflamme (gelbe Flamme, Luft geschlossen) haben unterschiedliche Temperaturen: Die Heizflamme erreicht bis zu 1300 °C, die Leuchtflamme nur ca. 600 °C. Vor dem Anzünden stets die Luftzufuhr schließen, dann das Streichholz oder Feuerzeug seitlich halten und den Gashahn öffnen.

Das Wasserbad und der Heizpilz sind Alternativen, wenn eine gleichmäßige, indirekte Erwärmung nötig ist. Bei brennbaren Lösungsmitteln (z. B. Ethanol) darf nie mit offener Flamme gearbeitet werden.

Volumenmessgeräte

Messzylinder dienen der groben Volumenmessung. Die abgelesene Flüssigkeit bildet einen Meniskus — abgelesen wird am tiefsten Punkt der Flüssigkeitsoberfläche auf Augenhöhe. Die Ablesegenauigkeit liegt bei einem Skalenteil.

Pipetten erlauben präzises Dosieren. Die Vollpipette besitzt eine Marke und gibt ein festes Volumen ab (z. B. 10 mL). Die Messpipette hat eine durchgehende Skala. Pipettiert wird ausschließlich mit einem Pipettierhilfe (Gummisauger oder elektrischer Pipettierhelfer) — niemals mit dem Mund! Die Flüssigkeit wird bis oberhalb der Marke aufgezogen, dann durch leichten Druck auf die Saugvorrichtung auf die Marke eingestellt und durch Berühren der Gefäßwand tropfenfrei abgelassen.

Der Volumenkolben (Messkolben) dient zum exakten Anfertigen von Lösungen. Er besitzt einen Eichstrich am Hals. Nach Einfüllen der Substanz wird bis zur Eichmarke mit Lösungsmittel aufgefüllt. Der Kolben wird mehrfach umgeschwenkt, um eine homogene Lösung zu erhalten.

Wägen

Die Analysenwaage misst Massen mit einer Genauigkeit von 0,1 mg. Sie steht erschütterungsfrei und wird vor Gebrauch tariert (Nullpunkt eingestellt). Substanzen werden nie direkt auf die Waagschale gegeben, sondern in einem Wägegläschen oder auf Filterpapier. Flüssigkeiten werden in geschlossenen Gefäßen gewogen, um Verdunstungsfehler zu vermeiden.

Weitere wichtige Geräte

GerätFunktion
BecherglasMischen, Erhitzen, grobe Volumenmessung
ErlenmeyerkolbenTitration, Aufbewahren von Lösungen
SpritzflascheNachspülen von Gefäßen mit destilliertem Wasser
TropftrichterDosierte Zugabe von Flüssigkeiten zu Reaktionen
ExsikkatorTrocknen von Substanzen über Trockenmittel
GasentwicklerHerstellung von Gasen im kleinen Maßstab

Praktische Anwendungen

Im Schulpraktikum wird die korrekte Handhabung dieser Geräte bei folgenden Standardversuchen geübt:

  • Maßanalyse (Titration): Volumenkolben (Maßlösung ansetzen) + Vollpipette (Probe vorlegen) + Bürette (Maßlösung zutropfen)
  • Stofftrennung: Becherglas (Lösung), Erlenmeyerkolben (Filtrat auffangen), Bunsenbrenner (Destillation)
  • Kristallisation: Becherglas (Lösung erwärmen), Exsikkator (Kristalle trocknen), Waage (Ausbeute bestimmen)

Übungen

  1. Du sollst 250 mL einer 0,1 molaren $\ce{NaCl}$-Lösung herstellen. Welche Geräte benötigst du? Beschreibe die Vorgehensweise Schritt für Schritt.
  2. Ein Messzylinder zeigt nach dem Einfüllen von Wasser einen Meniskus, dessen Unterkante bei 23 mL liegt. Wie viel Wasser befindet sich im Zylinder? Wie genau ist diese Angabe?
  3. Erkläre den Unterschied zwischen einer Vollpipette und einer Messpipette. Wann verwendest du welches Gerät?
  4. Beim Erhitzen einer Flüssigkeit im Reagenzglas mit dem Bunsenbrenner zeigt sich eine gelbe, rußende Flamme. Was ist die Ursache und wie behebst du das Problem?
  5. Warum dürfen brennbare Lösungsmittel nie über einer offenen Flampe erhitzt werden? Nenne zwei Alternativen.

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Zusammenfassung

Die sichere und präzise Handhabung von Laborgeräten ist die Grundlage jedes Experiments. Bunsenbrenner erfordern Kontrolle der Luftzufuhr; Volumenmessgeräte müssen auf Augenhöhe abgelesen werden; Pipetten werden nie mit dem Mund bedient; Analysenwaagen brauchen eine erschütterungsfreie Umgebung. Wer die Geräte kennt, arbeitet sicherer und erzielt zuverlässigere Ergebnisse.