Der Satz von Hess (1840) besagt: Die Reaktionsenthalpie ($\Delta H$) einer chemischen Reaktion hängt nur vom Anfangs- und Endzustand ab, nicht vom Reaktionsweg. Dies erlaubt die Berechnung von Enthalpien, die experimentell schwer zu messen sind.
Berechnungsformel: $\Delta H_{Reaktion} = \sum \Delta H_f^0(Produkte) - \sum \Delta H_f^0(Edukte)$
Wobei $\Delta H_f^0$ die Standardbildungsenthalpie eines Stoffes (in kJ/mol) ist.
Beispiel — Verbrennung von Methan: $CH_4 + 2O_2 \rightarrow CO_2 + 2H_2O$
Mit Standardbildungsenthalpien: $CH_4$: -74,8, $CO_2$: -393,5, $H_2O$: -241,8, $O_2$: 0 kJ/mol.
$\Delta H = [1\times(-393,5) + 2\times(-241,8)] - [1\times(-74,8) + 2\times0] = -802,3$ kJ/mol.
Der Hess’sche Satz ist essentiell für die thermodynamische Optimierung chemischer Prozesse in der Industrie (vgl. Hess-Gesetz-Rechner).
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