Katalysatoren in der Industrie und Biologie


Katalysatoren beschleunigen chemische Reaktionen, ohne selbst verbraucht zu werden. Sie ermöglichen Reaktionen bei niedrigeren Temperaturen und Drücken, was Energie und Kosten spart. Etwa 80 % aller industriellen chemischen Prozesse nutzen Katalysatoren.

Heterogene Katalysatoren liegen in einer anderen Phase als die Reaktanden — meist als Feststoff. Die Reaktion findet an der Oberfläche statt: Reaktanden werden adsorbiert, reagieren, und Produkte werden desorbiert. Beispiele: Eisen in der Haber-Bosch-Synthese ($\text{N}_2 + 3\text{H}_2 \rightleftharpoons 2\text{NH}_3$, $450-500 \, \text{°C}$, $200-300 \, \text{bar}$), Platin/Rhodium in ** Fahrzeugkatalysatoren** (Reduktion von $NO_x$, Oxidation von $CO$ und unverbrannten Kohlenwasserstoffen), Vanadium(V)-oxid in der Kontaktreaktion ($2\text{SO}_2 + \text{O}_2 \rightleftharpoons 2\text{SO}_3$).

Homogene Katalysatoren befinden sich in derselben Phase wie die Reaktanden. Sie sind oft leichter zu studieren, aber schwerer abzutrennen. Beispiel: Saure Katalyse bei Veresterungen, Übergangsmetallkomplexe (z.B. Wilkinson-Katalysator für Hydrierungen), Enzyme in wässriger Lösung.

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Enzyme sind biologische Katalysatoren — Proteine, die biochemische Reaktionen in lebenden Organismen beschleunigen. Sie sind extrem spezifisch (Schlüssel-Schloss-Prinzip) und arbeiten bei Körpertemperatur. Wichtige Beispiele: Katalase zerlegt Wasserstoffperoxid ($2\text{H}_2\text{O}_2 \rightarrow 2\text{H}_2\text{O} + \text{O}_2$) mit $10^7$-facher Beschleunigung, Amylase spaltet Stärke zu Maltose, DNA-Polymerase synthetisiert DNA.

Die Enzymkinetik wird durch die Michaelis-Menten-Gleichung beschrieben: $v = \frac{v_{\max} \cdot [S]}{K_M + [S]}$, wobei $v_{\max}$ die Maximalgeschwindigkeit, $[S]$ die Substratkonzentration und $K_M$ die Michaelis-Konstante (Substratkonzentration bei halbmaximaler Geschwindigkeit) ist. Enzyme haben ein Temperaturoptimum (meist $35-40 \, \text{°C}$) und ein pH-Optimum — bei zu hohen Temperaturen oder extremen pH-Werten denaturieren sie und verlieren ihre Funktion.

Katalysatorgifte blockieren die aktiven Zentren eines Katalysators. Schwefelverbindungen vergiften z.B. Eisenkatalysatoren in der Ammoniaksynthese. Deshalb müssen Edukte vor der Reaktion gereinigt werden.