Die Titration ist eine maßanalytische Methode zur Bestimmung der Konzentration einer unbekannten Lösung (Analyt) durch schrittweise Zugabe einer Lösung mit bekannter Konzentration (Titrant). Für Säure-Base-Titrationen verwendet man eine Bürette, einen Erlenmeyerkolben mit dem Analyten und einen Indikator oder ein pH-Meter.
Durchführung: Ein abgemessenes Volumen der Analytlösung wird in den Kolben gegeben, Indikatorlösung hinzugefügt, und der Titrant wird aus der Bürette tropfenweise zugegeben. Sobald der Umschlagspunkt des Indikators erreicht ist, wird die Titration gestoppt und das verbrauchte Volumen abgelesen.
Die Berechnung folgt dem Prinzip der Stoffmenge am Äquivalenzpunkt: $n(\text{Säure}) = n(\text{Base})$, also $c_1 \cdot V_1 = c_2 \cdot V_2$. Beispiel: 25,0 ml einer Salzsäure-Lösung werden mit 0,1 M Natronlauge titriert. Verbraucht: 20,0 ml NaOH. Dann: $c(\text{HCl}) = \frac{0,1 \cdot 20,0}{25,0} = 0,080 \, \text{mol/l}$.
Verwandte Rechner: pH-Rechner | Titrations-Simulator | Redox-Titrationen
Die Titrationskurve zeigt den pH-Wert als Funktion des zugegebenen Volumens. Am Äquivalenzpunkt steigt der pH-Wert bei einer starken Säure mit starker Base sehr steil an — fast vertikal. Bei schwachen Säuren ist der Sprung weniger steil und der Äquivalenzpunkt liegt bei pH > 7.
Indikatorwahl ist entscheidend: Der Umschlagsbereich des Indikators muss den Äquivalenzpunkt überdecken. Für starke Säure mit starker Base: Phenolphthalein (Umschlag pH 8,2-10,0) oder Bromthymolblau (pH 6,0-7,6). Für schwache Säure mit starker Base: Phenolphthalein. Die Wahl eines falschen Indikators führt zu systematischen Fehlern.
Fehlerquellen bei der Titration: Parallaxenfehler beim Ablesen der Bürette (Auge auf Höhe des Meniskus), ungenaues Abpipettieren des Analyten, zu spätes Erkennen des Umschlagspunkts, nicht vollständig ausgespülte Geräte, CO₂-Aufnahme aus der Luft bei langen Titrationen.
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